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Bruno Kuske (1919-1951)

Bruno Kuske, am 29. Juni 1876 in Dresden geboren, entstammte einer Handwerkerfamilie. Er sollte Volksschullehrer werden, aber im Alter von 24 Jahren eröffnete sich ihm die Möglichkeit, die Leipziger Handelshochschule und wenig später die Leipziger Universität zu besuchen, wo er Nationalökonomie, Geschichte, Geographie, Völkerkunde und Philosophie studierte. Seine Dissertation im Jahr 1904 beschäftigte sich mit dem Schuldenwesen deutscher Städte im Mittelalter. Anschließend sollte Kuske für die Gesellschaft für Rheinische Geschichtskunde eine regionale Quellensammlung zum Handel und Verkehr erstellen und kam nach Köln. Ergebnis dieser Arbeit war eine Quellensammlung über die Geschichte des Kölner Handels und Verkehrs in vier Bänden, die zwischen 1917 und 1934 erschienen.

1919 wurde Kuske Ordinarius für Wirtschaftsgeschichte und 1923 zugleich Professor für Wirtschaftsgeographie an der Universität zu Köln. In den zwanziger Jahren publizierte er u.a. über die Bedeutung Europas für die Entwicklung der Weltwirtschaft (1924), die Entstehung der Kreditwirtschaft und des Kapitalverkehrs (1927). Hauptforschungsgebiet in den dreißiger Jahren waren die Handelsbeziehungen Kölns im Mittelalter. Die Ergebnisse dieser Arbeit flossen 1938 in ein Wörterbuch der rheinischen Kaufmannssprache und Warenlehre ein. In seiner Forschung verband Kuske wirtschaftshistorische und wirtschaftsgeographische Ansätze, so in Veröffentlichungen über die Entstehung und Gestaltung des Wirtschaftsraumes (1930) oder die wirtschaftlichen Beziehungen Deutschlands mit den Niederlanden (1937).

Das zweite große Arbeitsfeld bildete die Rheinisch-Westfälische Wirtschaftsgeschichte. So war er Mitherausgeber der "Wirtschaftskunde für Rheinland und Westfalen" (1931) und beteiligte sich an dem umfangreichen Werk "Der Raum Westfalen" (ab 1931), woraus schließlich die "Wirtschaftsgeschichte Westfalens" (2. Aufl. 1949) entstand. 1939 folgte eine Darstellung über "100 Jahre Stollwerck-Geschichte, 1839-1939".

Zwischen 1936 und 1946 verfasste Kuske zahlreiche Aufsätze über Wirtschaftsräume und -gemeinschaften. Der ausgewiesene Fachmann war er eng in die nationalsozialistische Raumplanung ("Westforschung") integriert. Über diese "Westforschung" entsteht an der RWTH Aachen eine Dissertation, die sich auch mit dem Werk von Bruno Kuske in diesem Kontext befasst.

Nach dem II. Weltkrieg veröffentlichte Bruno Kuske vor allem zu lokalen und regionalen Aspekten der Wirtschafts- und Sozialgeschichte, wie z.B. in "150 Jahre Kölner Handelskammer" (1947). Neben seiner wirtschaftshistorischen Tätigkeit nahm Kuske auch Funktionen als Gutachter und in der Leitung des Rheinisch-Westfälischen Wirtschaftsarchivs (1920-1933) wahr. 

Nach der Emeritierung im Jahre 1951 blieb Bruno Kuske bis zu seinem Tod am 18. Juli 1964 forschend tätig.