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Hermann Kellenbenz (1960-1970)

Hermann Kellenbenz wurde am 28. August 1913 im Kreis Göppingen geboren. Er studierte Geschichte in Tübingen und München, Geschichte und Kunstgeschichte in Kiel und promovierte über die schwedische Domäne Holstein-Gottorf (1940). Der Untersuchung der Betätigung jüdischer Kaufleute im Hamburg-Holsteinischen Raum folgte kurz vor Kriegsende in Würzburg die Habilitation über die Sephardim an der unteren Elbe. 1948 begann er seine Lehrtätigkeit in Regensburg im Fach Neuere Geschichte. Nach Forschungsstipendien in Harvard und Paris nahm er 1957 eine Professur für Geschichte in Nürnberg an.

1960 wechselte er auf den Lehrstuhl für Wirtschafts- und Sozialgeschichte in Köln, womit zugleich die Direktion des Rheinisch-Westfälischen Wirtschaftsarchivs verbunden war. In Köln baute er die Beziehungen zu zahlreichen internationalen Vertretern des Faches Wirtschafts- und Sozialgeschichte aus und unternahm Forschungsreisen u.a. nach Mosambik, Bogotá und Kabul. 1966 begründete er das Forschungsinstitut für Sozial- und Wirtschaftsgeschichte und schuf damit eine Begegnungsstätte in- und ausländischer Wirtschaftshistoriker und ein Forum für vielfältige Gastvorträge. 1970 kehrte er nach Nürnberg zurück und wurde dort Inhaber des Lehrstuhls für Geschichte mit Betonung der Wirtschafts- und Sozialgeschichte.

Hermann Kellenbenz war u.a. Herausgeber eines mehrbändigen Handbuchs der europäischen Wirtschafts- und Sozialgeschichte, Mitherausgeber der VSWG und Mitglied zahlreicher in- und ausländischer wissenschaftlicher Gesellschaften. 1977 veröffentlichte er das aus seiner Hauptvorlesung entstandene Buch "Deutsche Wirtschaftsgeschichte". Nach seiner Emeritierung 1983 folgten weitere viel beachtete Untersuchungen (vor allem über die Fugger) und Forschungsreisen.

Hermann Kellenbenz starb am 26. November 1990.