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Friedrich-Wilhelm Henning (1971-1996)

Friedrich-Wilhelm Henning wurde am 22. März 1931 in Trebitz (Saalkreis) geboren. Nach Abitur und landwirtschaftlicher Lehre begann er 1952 ein Studium der Landwirtschaft, Rechtswissenschaft, Volkswirtschaft und Geschichte in Göttingen. Er schloss 1963 mit zwei Promotionen, zum Dr. jur. über den Einfluss der Stände auf die Landes- und Gerichtsverfassung in Deutschland und zum Dr. rer. pol. über Herrschaft und Bauernuntertänigkeit, ab. 1967 wurde er mit einer Studie über die Dienste und Abgaben der Bauern im 18. Jahrhundert habilitiert. Nach einer Diätendozentur in Göttingen berief ihn die Universität zu Köln 1971 auf den Lehrstuhl für Wirtschafts- und Sozialgeschichte.

Hennings wissenschaftliches Interesse galt agrarhistorischen, dogmengeschichtlichen und rechtshistorischen Themenkomplexen, wobei die Agrargeschichte sein ureigenes Forschungsgebiet darstellte. Er war Herausgeber der "Deutschen Agrargeschichte", zu der er selbst den Band "Deutsche Agrargeschichte des Mittelalters" (1994) vorlegte. Darüber hinaus verfasste er die dreibändige Taschenbuchreihe "Wirtschafts- und Sozialgeschichte", die als Standardlehrbuch inzwischen acht Auflagen erfahren hat. Sein Opus Magnus ist das bisher in drei Bänden erschienene Handbuch der Wirtschafts- und Sozialgeschichte Deutschlands (1991, 1996, 2003).

Weitere Forschungsgebiete waren die Finanz- und Steuergeschichte, die Banken-, Sparkassen- und Börsengeschichte sowie die Unternehmer- und Unternehmensgeschichte mit den regionalen Schwerpunkten Ostpreußen, Schlesien, dem Rheinland und Westfalen.

1996 wurde Henning emeritiert, führt aber seine wissenschaftliche Tätigkeit fort und war Mitherausgeber der Reihe "Wirtschafts- und Sozialgeschichte" sowie der VSWG und der Scripta Mercaturae.

Friedrich-Wilhelm Henning starb am 14.12.2008 in Swisttal-Heimerzheim nach schwerer Krankheit.